Familientour zu den Schwänen

Sommerserie "Abgefahren!" stellt Radstrecken rund um Hennigsdorf vor / Teil 3: Familientour zu den Schafen 

Von Sandra Kurtz Text und Fotos (5)
Hennigsdorfer Generalanzeiger

Die heutige Tour ist eine weitgehend autofreie Route entlang des Havelkanals, durch Schönwalde-Siedlung, ein Stückchen Spandau und wiederum entlang an der Havel in Nieder Neuendorf. 20 Kilometer lang ist diese sehr entspannte Tour. Beginnt man um 10 Uhr am S-Bahnhof Hennigsdorf, lädt genau zur Mittagszeit ein großer Spielplatz zum Picknicken. Nach einer ausgiebigen Pause kann man die Kinder, die noch Mittagsschlaf machen müssen, auf dem Fahrradsitz oder im Hänger ins Traumland kutschieren. Größere können ihren Basketball mitnehmen, weil dort zwei Körbe aufgestellt wurden. Nicht zu vergessen ist das Badezeug, denn sowohl in Schönwalde lädt etwa 2,5 Kilometer weg von der Strecke ein See zum Baden (gelb ausgeschilderter Wanderweg rechts abgehend von der Fehrbelliner Straße nach der Tankstelle an einem Sandpfad) als auch die Naturbadestelle in Nieder Neuendorf.

Erleben Sie diese Tour mit Tourenleiterin Ulrike Wachotsch
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Die Tour führt zuerst am Rathaus vorbei entlang der Straße Am Bahndamm. Die Hauptsraße wird überquert, hinein in die Hafenstraße und damit hinauf auf den Radweg Berlin-Kopenhagen. Rechter Hand ist dann dem abgehenden Mauerradweg zum Oder-Havel-Kanal zu folgen. Wer auf der Ruppiner Straße landet, muss umkehren und den "Einstieg" in den Mauerradweg an der Hafenstraße noch einmal probieren.

Dann folgt man der Wegführung am Wasser entlang bis zur Brücke Spandauer Allee. Hier setzt der Havel-Glien-Radweg Richtung Schönwalde ein. Die Allee wird überquert (Vorsicht! Keine Ampel oder Fußgängerweg vorhanden), und nach einer Linkskurve folgt der Weg auf sieben Kilometern schnurgerade dem Kanal. Gelegenheit zum Gucken und Steine auf dem Wasser hüpfen lassen, gibt es viele.

Sodann wird Schönwalde erreicht. Wir bleiben auf dem Havel-Glien-Radweg, der uns nach links entlang der L 16 und über den Havelkanal zum Ortseingangsschild Schönwalde-Siedlung führt. Man folgt der Ausschilderung "Landesgrenze Berlin", die einen vor der Tankstelle die Fehrbelliner Straße queren und dann an ihr entlang fahren lässt. Nach einigen Metern kommt die Richard-Dehmel-Straße, an der sich der Spielplatz und damit der Wendepunkt der Tour befindet.

Nach einer eventuellen Pause geht es weiter auf dem seperaten Radweg der Hauptstraße , die nun Berliner Straße heißt, folgend hinaus aus Schönwalde. Gleich nach dem Berliner Ortseingangsschild trifft man erneut den Mauerradweg, der nach rechts abgeht. Da wir aber bereits auf dem Rückweg sind, fahren wir weiter geradeaus und erst nach knapp 500 Metern geht es links an einer Holzschranke in den Wald - auf den Mauerradweg. Der führt nun etwas buckelig durch den Wald und zu einer Berliner Schafherde, die sich sommers wie winters über ein bisschen Gemüse freut.

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Unmittelbar nach den Schafen verlässt man den Mauerradweg und biegt nach links auf eine kleine Asphaltstraße, den Oberjägerweg. Von dem geht nach ein paar hundert Metern rechts der Imkerweg ab, ein Feldweg. Dieser kreuzt nach wenigen Metern die Spandauer Allee. Wir fahren geradeaus weiter in die kleine unbefestigte Straße Schulzesiedlung hinein und sind - schwups - auf dem Uferradweg entlang der Havel. Fährt man nach links, ist man im Nu in Nieder Neuendorf, damit an der Naturbadestelle und wieder an der Havelbrücke, wo der Havel-Glien-Radweg begann. (sk)

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HENNIGSDORF Vater Ingo ist der Größte. Er schafft es als Einziger, den Stein vom einen Ufer zum anderen Ufer des Havelkanals fliegen zu lassen. Sohn Erik kommt immerhin bis zur Hälfte und Jörn Hansel, Vater der zweijährigen Luisa, lässt seinen Stein lieber fünfmal den Kanal berühren. An diesem Donnerstagvormittag haben sich zwei Familien der Tourleiterin Ulrike Wachotsch angeschlossen. Sie alle wollen mit ihren Kindern - der zweijährigen Luisa, der 13-jährigen Meika und dem zehnjährigen Erik - die 20 Kilometer lange Tour nach Schönwalde knacken. "Erik kann den ganzen Tag fahren, er ist sehr sportlich. Mehrmals in der Woche geht er zur Akrobatik. Wenn wir mehrere Pausen machen, kann er eigentlich den ganzen Tag fahren", meint der Berliner Ingo Mauß, der den Tipp mit der Radtour von seinen Hennigsdorfer Schwiegereltern aus der Regionalzeitung hatte.

Und so strampelt denn auch der Zehnjährige frohgelaunt und unermüdlich Ulrike Wachotsch hinterher, die ein moderates Tempo anschlägt, damit Eltern und Kinder hinterkommen. Selbst Mutter der zweijährigen Luise weiß Wachotsch, worauf es bei einer Familientour mit Kleinkindern ankommt. "Etwa bei der Hälfte der Tour, nach einer Stunde, können wir eine längere Pause an einem Spielplatz einlegen. Da kann dann auch gepicknickt und danach im Fahrradsitz oder Hänger geschlafen werden", erzählt die Hennigsdorferin noch am Treffpunkt, dem Rathausplatz in Hennigsdorf, wie der ideale Plan für die kleinen Teilnehmer aussieht.

Die Strecke führt dieses Mal treu an der Havel-Oder-Wasserstraße und am Havelkanal Richtung Schönwalde entlang. Da angekommen, wird kurz Berliner Gebiet, der Mauerradweg und somit der ehemalige englische Sektor gestreift, auf dem heute nette Gesamtberliner Schafe blöken. Nur noch ein paar Kilometer weiter und schon ist man wieder auf dem Nieder Neuendorfer Uferweg gelandet, der einem bei heißem Wetter an die schöne Naturbadestelle führt.

Kein Grund also, die Kinder die gesamte Strecke im Sitz hängen zu lassen - Himbeeren naschen, Steine werfen, Schafe füttern, Blumen pflücken, Ball spielen, rutschen, buddeln und schließlich baden. Aus der Strecke, die mit vielen Pausen nur knappe zwei Stunden dauert, kann so ein entspannter Nachmittag werden, der den kleinen Geistern auch Ruhepausen im schaukeligen Sitz oder Hänger bietet. Die Eltern hingegen können die Aus- und Einsichten genießen. Die Strecke ist überwiegend asphaltiert, im Wald dann auch etwas schattiger. Mit einem Hänger kommt man überall gut entlang, auch bei Gegenverkehr.

"Wir machen zum ersten Mal so eine geführte Tour mit und sind echt begeistert", meint so der Hennigsdorfer Jörn Hansel bei der Verschnaufpause auf dem Spielplatz. "Man muss sich nicht um die Wegführung kümmern, braucht keine Karten, und Luisa ist auch total zufrieden, weil es viel zu erleben und zu gucken gibt", ergänzt Ulrike Höckel.

Auch für die Teenager von Ingo Mauß stellt sich die Fahrt als Volltreffer in der Ferienzeit heraus. Für die 13-jährige Meika ist die Tour nicht zu lang und nicht zu kurz, Zeit zum Quatschen mit Papa ganz am Schluss der Kolonne bleibt genügend. Der zehnjährige Erik sucht sich seine Abenteuer weiter vorne im Tross und freut sich bei Ankunft an der Badestelle nicht auf das kühlende Nass des Nieder Neuendorfer Sees, sondern auf seine Großeltern und deren Pool im Garten. "Sowas machen wir auch zum ersten Mal mit. Das ist sehr schön, hätte ich gar nicht gedacht. Zumal man in Ecken gelangt, die man noch nicht so kennt. Wir fahren zwar auch Rad, aber dann nur zum Baden und zurück und solche Dinge", so Ingo Mauß hinterher. Er will mit seiner Familie unbedingt noch einmal an solch einer geführten Tour teilnehmen.

Orientierung auf dieser Stecke:
Für diese Tour ist ein nicht so leicht eine passende Karte zu denden, denn die Route liegt direkt auf der Grenze zwischen Berlin und Brandenburg und alle Kartenhersteller finden, dass auch genau dort ihre Karte enden müsste. Komisch für den Radler nicht zu verstehen. Vollständig ist die Route auf der Rad und Wanderkarte vom Regionalpark Krämer Forst. Die Karte ist gut aktulisiert und daher empfehlenswert. Die Karte können Sie bequem bei Amazon.de bestellen. Krämer Forst und Umgebung 1 : 35 000. Radwander- und Wanderkarte: Ausflüge zwischen Spandau, Nauen, Linum, Heiligensee und Oranienburg

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