Seen-Kultur-Radweg

Abwechslung zwischen Berlin und Mecklenburg


Zwischen der Hauptstadt Berlin und der Mecklenburgischen Seenplatte erstreckt sich die Reiseregion „Ruppiner Land". Auf 215 Kilometern führt hier der Seen-Kultur-Radweg vorbei an fast allen Sehenswürdigkeiten.

Ein größerer Kontrast ist kaum vorstellbar: Vom bevölkerungsreichen Berliner Umland führt der Radweg durch die Naturparks „Stechlin-Ruppiner Land" und „Uckermärkische Seen". Die Schellente ist das Symbol des Naturparks „Stechlin-Ruppiner Land". Klarwasser-Seen mit einer Tiefe bis zu 69m und Buchenwälder zeichnen die in der Eiszeit geformte Landschaft aus. Fischotter und Biber, europäische Sumpfschildkröten, Fischadler und Kraniche, Eisvögel und Hohltauben leben hier; Menschen sind außerhalb der idyllischen Orte nur selten anzutreffen.


Als Startort für eine Rundtour bietet sich die Stadt Hennigsdorf an. Vom Stadtzentrum Berlin beträgt die Fahrzeit mit der Regionalbahn oder S-Bahn nur 30 Minuten. Mit dem Fahrrad kann Hennigsdorf auf dem Mauerradweg oder über den Havel-Radweg erreicht werden.


Von Hennigsdorf bis Kremmen führt der Seen-Kultur-Radweg durch kleine Dörfer und landwirtschaftlich genutzte Landschaften. In Kremmen liegt Deutschlands größtes, noch erhaltenes Scheunenviertel. 50 Gebäude wurden als Gesamtheit unter Denkmalschutz gestellt. Rustikale Küche, Kunst und Theater stellen ein kleines, aber feines kulturelles Angebot im Kremmener Zentrum. Auf kleinen Abstechern von der Route sind die Schlösser Groß Ziehten und das Schloss Wustrau zu erreichen.


Von Kremmen aus verläuft der Radweg durch Luchlandschaften. Ab dem kleinen Örtchen Wall bis nach Neuruppin empfehlen die Touristiker die Nutzung der Bahn, da der Radweg hier noch nicht ausgebaut und beschildert ist. Wer trotzdem Radeln möchte, kann diesen Abschnitt auf ruhigen Nebenstraßen gut mit dem Fahrrad zurücklegen. Das Ziel dieser Etappe, die Fontanestadt Neuruppin, lädt zu ausgiebigen Besichtigungen ein.


Den weiteren Weg begleitet der Rhin, ihm folgen neu ausgebaute Radwege bis nach Rheinsberg. Hier kommen Kulturinteressierte voll auf ihre Kosten, das Schloss Rheinsberg mit seinem wunderschönen Schlosspark ist weithin bekannt. Im Schloss selbst befindet sich ein Museum, das Schlosstheater und die Kammeroper. Das Museum widmet sich dem Leben von Kurt Tucholsky. Eine eigene Brauerei, sowie eine große Vielfalt in der Gastronomie sorgen auch in kulinarischer Hinsicht in Rheinsberg für Genuss.

 


Die Route verläuft weiter über Menz nach Neuglobsow. In Menz befindet sich das NaturParkHaus unmittelbar am Radweg. Hier sind interessante Informationen über den Naturpark „Stechlin-Ruppiner Land" zusammengetragen. Waldreich ist der Radweg nach Neuglobsow. Dort angekommen, lädt der große Stechlinsee zu einer erfrischenden Badepause ein. Er ist der größte See dieses Naturparks, sein außergewöhnlich klares Wasser bietet eine Sichttiefe bis zu elf Meter. Kulturell hat Neuglobsow ein Glasmuseum im Angebot, hier wird die Geschichte des Glashandwerks in der Region erzählt.


Ein verschlungener Weg führt in die Wasserstadt Fürstenberg/Havel. Hier vereinen sich der Seen-Kultur-Radweg und der Radweg Berlin-Kopenhagen. Wasseraktivitäten werden in einer großen Vielzahl angeboten. Eine Draisinenstrecke führt 30 Kilometer durch von der Eiszeit geprägte Natur vorbei an Lychen bis zur „Perle der Uckermark", die Stadt Templin. Nahe der Stadt Fürstenberg erinnert die Mahn- und Gedenkstädte Ravensbrück an die Schicksale von über 130.000 Frauen und Kindern im Frauen KZ.


Immer in Begleitung der Havel verläuft der weitere Weg stromabwärts, zunächst nach Himmelpfort. Dieser Ort hat seinen Namen verdient, selber schuld, wer hier nicht rastet. Kloster, Kräutergarten und das Postamt des Weihnachtsmanns sind Anziehungspunkte. Über den letzten leicht hügligen Abschnitt führt der Rundkurs nach Dannenwalde. Hier ist eine barocke Rundkirche am Wegesrand liebevoll restauriert worden. Der Barfusspfad lässt auch die Füße mal etwas anderes als Pedalentreten erleben.


Der Abschnitt von Burgwall bis Zehdenick ist geprägt durch den Tonabbau. In den Tonstichseen haben viele Tiere ihr Zuhause gefunden, besonders häufig sind Spuren des Bibers anzutreffen. Mitten in dieser Landschaft liegt der Ziegeleipark Mildenberg. Hier wurden Ziegelsteine produziert, die über die Havel nach Berlin verschifft wurden. Alte Bau- und Dampfmaschinen runden die Ausstellung ab, Kinder können sich auf einem großen Spielplatz richtig austoben.


Zehdenick bietet sich als Etappenort mit seiner Auswahl an Gastronomieangeboten und Unterkunftsmöglichkeiten an. Im Kloster Zehdenick befindet sich eine Galerie mit wechselnden Ausstellungen. Das Schiffermuseum erzählt die Geschichte der Schifffahrt im Land Brandenburg. Von hier geht es nun ein langes Stück immer in Begleitung des Vosskanals bis nach Liebenwalde, in dessen Ortsmitte ein prachtvolles Rathaus steht. Im Stadtgefängnis wurde ein kleines Museum eingerichtet.


Wenige Kilometer hinter Liebenwalde wird die Landschaft von Wald mit einigen Lichtungen dominiert. In Friedrichsthal setzt eine Fähre über den Oder-Havel-Kanal, die irgendwann durch eine Brücke ersetzt werden soll. Bis dahin ist noch ein kleiner Schwatz mit dem Fährmann möglich.


Oranienburg ist nah. Diese vergleichsweise große Stadt ist ein Ausflugsziel für tausende Besucher im Jahr. Im Schloss Oranienburg kann ein Museum besucht werden, der Schlosspark wird 2009 Gelände der Landesgartenschau sein. Die Gedenkstätte Sachsenhausen informiert über das Schicksal vieler Menschen in der Zeit von 1933 bis 1950. Sportliche Aktivitäten sowie Erholung findet der Radler in der TURM Erlebniscity, einem Sportzentrum direkt an der Radroute.


Von nun an ist der Weg vorwiegend durch Besiedlung gekennzeichnet. Die Gartenstädte Lehnitz, Borgsdorf, Birkenwerder und Hohen Neuendorf reihen sich aneinander. Der letzte Abschnitt führt durch Heide und Havelauen, bis der Ausgangspunkt Hennigsdorf nach rund 215 Kilometern wieder erreicht ist.


Auf der Rundtour sind Übernachtungsmöglichkeiten vorwiegend in diesen Orten zu finden: Hennigsdorf, Kremmen, Sommerfeld, Wustrau, Neuruppin, Rheinsberg, Neuglobsow, Fürstenberg, Himmelpfort, Zehdenick, Oranienburg, Birkenwerder und Hohen Neuendorf.


Folgende Orte können mit der Regionalbahn von Berlin aus gut erreicht werden: Hennigsdorf, Schwante, Kremmen, Sommerfeld, Wustrau, Neuruppin, Rheinsberg, Fürstenberg/Havel, Zehdenick, Oranienburg, Birkenwerder und Hohen Neuendorf.


Ulrike Wachotsch

 

 

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So reisen Sie vom Bahnhof Berlin-Spandau an:



Zubringer Seen-Kultur-Radweg vom Bhf. Berlin Spandau auf einer größeren Karte anzeigen

Karten- und Informationsmaterial: Einen Reiseführer für diesen Radweg gibt es noch nicht. Für einen groben Überblick gibt es einen Flyer: „Seen-Kultur-Radweg". Dieser sowie weitere Informationen sind über den Tourismusverband Ruppiner Land e.V., Tel: 03391-659630 erhältlich.
Als Karte empfehle ich: „Radwander- und Freizeitkarte Ruppiner Land" Pietruska Verlag 4,90€. In dieser Karte ist der gesamte Verlauf des Weges eingezeichnet, sowie die Oberflächenbeschaffenheit, Gastronomie, Übernachtungsmöglichkeiten, Fahrradreparraturangebote und Sehenwürdigkeiten.
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Ich fahre seit 2001 mit meinen wasser- und staubdichten Packtaschen von Ortlieb. Selbst im Alltag nutze ich diese Taschen. Verschleiß ich nich nicht zu erkennen. Einmal musste ich beim Händler die Häckchen ersetzten lassen. Dies ging problemlos und vollkommen kostenfrei. Am liebsten kaufe ich mein Radreisezubehör bei Globetrotter.