Aber … ich bin schneller! Die Wettfahrt zwischen dem Hasen Hans und der Igelin Ida
Kinderbuch von Andrea Merten
Geschichte
Der Hase und die Igelin, dass kommt einem doch etwas bekannt vor. Ja, so ähnlich, aber ganz anders ist diese Geschichte auch. Hase Hans ist sehr stolz auf sein tolles Auto er fährt damit zum Fitnessstudio. Igelin Ida hat „nur“ ein Fahrrad und macht mit ihrem Taschengeld lieber etwas anders. Sie erzählt, was sie mit ihrem Rad alles tolles machen kann, Bahn fahren, im Regen mit Regenjacke fahren und einen Fahrrad-Anhänger für den Einkauf hat sie auch. Hans hat in seinem Auto ganz viele PS, 101 genau. Damit ist sein Auto schneller behauptet er. Nun Ida meint es mit ihm aufnehmen zu können und sie verabreden sich zu einer Wettfahrt durch die Stadt.
Leider kommen dem Hasen verdammt viele Dinge in die Quere: er muss erst einmal Eis kratzen, dann versperrt ein Müllauto den Weg, eine Rote Ampel, ein Stau, eine Eisenbahnschranke, eine Einbahnstraße und am Ende findet er keinen Parkplatz. Igelin Ida radelt entspannt durch einen Park und weiß auch die einer oder andere schöne Abkürzung, so dass sie tatsächlich die Wette gewinnt. Als dem Hasen dann auch noch das Benzin ausgegangen ist, nimmt sie ihn großzügig auf ihrem Fahrrad mit. Sie verabreden sich zu einer Radtour und die gefällt die Hasen Hans sehr gut.
Mein Kommentar
Die Zeichnungen sind wunderschön. Eine gelungene Mischung aus Abstraktion und Konkretheit. Ich persönlich kann Kinderbücher mit versteckten oder auch offenen pädagogischen Absichten nicht gut leiden. Im Buch prangt der Hinweis: „Vorsicht, Satire! Autofraeks und Fahrradabstinzler: Nicht lesen!!!“ Gut wenn ich das Buch jetzt nicht als Kinderbuch sondern als Buch für Erwachsene betrachte ist es tatsächlich komisch. In einer Satire muss für den Hase auf der Wettfahrt auch alles so schief gehen, wie es eben schief geht.
Für eine normale Geschichte finde ich es übertrieben, denn auch bei einem Rad kann unterwegs mal was passieren, durch einen Park darf man nicht überall fahren und auch Radfahrer müssen Ampel beachten. Ich bin den Kampf Auto gegen Fahrrad und umgekehrt etwas leid. Wie wäre es stattdessen mit Toleranz, gegenseitiger Rücksichtnahme und einem vernünftigen Einsatz des jeweiligen Fahrzeugs für das die Strecke wo es am meisten Sinn macht.
Und was sagt meine Tochter: Es gefällt mir sehr, es ist von Kindern. Was fällt dir am besten fragte ist sie, Antwort: „Wie die kleine Ida durch den Tunnel gefahren ist“.
HexPress Verlag ISBN: 3 00 012150 1
Geschichte und Bilder von Andrea Merten
Gefunden: In einem Bookcrossing-Bücherregal in einem Café. Das Buch wurde vom HexPress Verlag für Bookcrossing zur Verfügung gestellt.
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Aber… ich bin schneller!
Oh, danke für diese ausführliche Besprechung! :) Wollte nur noch mal anmerken, dass Ida einfach Glück hatte, dass diese Ampel einen Knopf besaß und dass sie nur fast durch Glasscherben gefahren ist. Aber auch für sie war nicht alles einfach: Sie musste mit Gegenwind kämpfen, ist völlig außer Puste und verschwitzt und muss und am Ende zugeben, dass Radfahren durchaus nicht immer Spaß macht – außer hinterher, wenn man stolz ist, es geschafft zu haben. Und auf der Rückseite sitzt sie bei Hans im Cabrio. Also soooo einseitig ist es nicht.
Und das Witzige: Sag einem Erwachsenen, im Buch wird es um Fahrrad und Auto gehen, und er findet es moralisch. Halte eine Lesung vor Kindern, und sie werden nicht von Umweltschutz reden, sondern von Blumen im Park und von Vögeln, die auf Windschutzscheiben kacken.